Es ist vollbracht

Notiert am Dienstag, 12. August 2008 @ 15:59

Wie ich meinen Achtziger, so ich ihn erlebe, NICHT feiern werde, steht ab diesem Wochenende fest. Aber Mütterchen hat es eben so gewollt und ist gestern rundherum zufrieden und glücklich kurz nach 20 Uhr, gleich nachdem die letzten Gäste gegangen waren, in ihr Bett gefallen. Gegen halb zwei war ich mit Aufräumen von Haus und Hof, Geschirrspülen und Wegräumen sowie dem Auseinanderklauben der zig Geschenksskörbe fertig und sowas von stinksauer, dass ich mich gleich in den Fabsi gesetzt hab und nach Hause gefahren bin. Heute Morgen um zehn hab ich angerufen und Mütterchen glatt erst geweckt – sie hatte 14 Stunden am Stück durchgeschlafen. Den heutigen Tag werde sie mehr oder weniger faulenzend verbringen, hat sie gemeint, aber morgen Mittag müsse sie auf die Gemeinde, weil sie da die Fotos von ihr mit Bürgermeister und Konsorten begutachten müsse. Über meine Ansage, dass ich an ihrer Stelle dem Bürgermeister den Geschenkskorb an den Kopf geschmissen und verboten hätte, dass Fotos von mir und ihm im Gemeindeschaukasten ausgestellt werden, war sie überhaupt nicht amused aber sie könne inzwischen mit der Tatsache leben, dass ihre Tochter eine Revoluzzerin sei :-)

Ich und eine Revoluzzerin! Nur weil ich den Herrn Bürgermeister, der bei seiner kleinen Rede auf die Vorzüge, die seine Gemeinde ihren Bürgern biete hingewiesen und dazu bemerkt hat, dass er auf Grund dieser Tatsachen überhaupt nicht verstehen könne, dass eine ehemalige Gemeindebürgerin – an dieser Stelle traf mich ein strafender Blick – nicht in den Schoß der Geburtsgemeinde zurückkehre, sondern nach Wiandorf abwandern müsse, bei Kaffee und Kuchen gefragt habe, wann die Gemeinde denn dafür sorgen werde, dass das ja nicht grad kleine Dorf endlich einen akzeptablen Anschluss ans Internet bekäme. “Wast,” sagt er da drauf zu mir “wast, i hob ja auf der Gemeinde e a spitze Standleitung, mit der alles geht und daham brauch i ka Internetz.” “Schön für dich”, sag ich ihm darauf, “aber was ist mit den andern neunzehnhundert Einwohnern?” “Geh,” sagt der Dorfkaiser “zawos braucht a normaler Mensch schon a Internetz? Wenn ma si kane Büldeln anzagn losst und die Werbung ausschalt’ tuats a Handyleitung zum Go.ogl.en und Mailen a und einkaufn solln die Leut gfälligst daham und net übers Netz. Na – sowas brauch ma do net.” “Aber schön wärs schon, wenn man wenigstens im Winter ein bisserl Surfen und sich Bilder aus der ganzen Welt anschaun könnt” wirf Mütterchen ein. “Awa gehns” sagt darauf der Bürgermeister, “sowas ist ja viel zu aufregend für alte Leut, tuans lieber fernsehnschlafen, das ist viel gsünder für Sie.” Spätestens da hätt ich den Kerl hochkant rausgeschmissen, aber da es ja nicht meine Party war und Mütterchen meinte, dass er ja vielleicht eh Recht hätte, hab ich den Mund gehalten und getan, als ob ich das grad nicht gehört hätte. Eines steht allerdings fest: Sollte ich noch einmal auf die Welt kommen werde ich Ar+++loch, geh in die Politik und kassiere Länge mal Breite.


4 Kommentare zu Es ist vollbracht

  • Kurt sagt:

    Siehst Du, jetzt weisst Du auch warum ich mich über die Obernasen immer so echauffiere. Die sind spätestens nach der ersten echten Parteischulung so und mit Mal zu Mal wird die Präpotenz und der Abstand zum Volk grösser.

    Nimm`doch je nach Telefonanbieter für Mama ein mobiles Breitband Internet und der Wachler kann Dir den Buckl runter rutschen u.s.w.u.s.f.

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  • schocan sagt:

    Und das hat der Herr Bürgermeister wirklich ernst gemeint, was er da verzapft hat? Kein Späßle gemacht?
    Unfaßbar!

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  • mamame sagt:

    Du und in die Politik gehen? Das würde nie und nimmer lange gut gehen, Du kannst doch Deine Gusche nicht halten *ggg*

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  • Helga sagt:

    Der honorige Herr Bürgermeister hatte sicher zu diesem Zeitpunkt schon allerhand intus.
    Zum 90er meiner Mutter war sie inmitten der ganzen Familie happy und hat gefragt: Wer hat denn Geburtstag?

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