Darben
Notiert am Freitag, 21. November 2008 @ 22:26
Geratscht, getratscht, herumgesessen und im Zweistunden-Rhythmus gegessen – das war alles was Mütterchen und ich in den letzten beiden Tagen gemacht haben. Bei Tanja und Thomas habe ich heute Nachmittag schon einen doppelten Gurktaler gebraucht, bevor ich mich an Kaffee und frische Krapfen machen konnte.
Mütterchen genießt diese Völlerei in vollen Zügen, aber mir langt es jetzt, denn ich kann mich nimmer rühren und fühl mich einfach nur vollgestopft. Meinem Vorschlag, morgen mal etwas zurückzustecken und weniger und leichter zu essen, hat Mütterchen dahingehend interpretiert, dass mein Geldbörserl leer sei. Sie wisse ja, dass ich sparen müsse, hat sie gesagt und mir einen Fünfziger rübergeschoben – für die Haushaltskasse, damit ich morgen genug fürs Wochenende einkaufen könnte und wir nicht darben müssen. “Darben” heißt also, nur drei mal am Tag ausgiebig zu essen, die Kuchenrationen zu halbieren und Milch statt Schlagobers in den Kaffee zu tun :-)
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12 Kommentare zu Darben


Lass es dir gut gehen, mit Mütterchens 50er.
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Den Fünfziger hab ich doch heute Nacht wieder in Mütterchens Geldbörsl gesteckt :-)
Ich muss einfach aufpassen, was ich ihr erzähle. Dass alte Menschen sich aus Gehörtem oft etwas ganz anderes zusammenbasteln als eigentlich gesagt wurde, hab ich eh gewusst, aber dass meine Mutter auch schon zu den alten Menschen zählt, verdränge ich immer wieder.
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Sie wird dich schelten, ob ihrer wundersamen Geldvermehrung und annehmen Du hast irgendwo einen Millionär sitzen.
Also wir haben bei meiner Schwie-Mu festgestellt, dass ja fast alles nach ein paar Minuten weg ist. Aber doch gibt es einige Reizwörter für sie, wie z.B Heim, da wird sie hellhörig und verfällt in tagelanges Sinnieren. Da sitzt sie, schaut -für uns- ins Leere und lässt die Tränen kullern. Darauf angesprochen, kommt: “Ah, nix, aber ich habe mir gerade so vorgestellt, ich und in ein Heim!”(3x Schluchz)
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Kurt, ich schwöre, dass ich den Friedrich Karl F. nicht im Keller gelagert habe *ggg*
Genau so war es auch gestern. Die Kinder und ich haben unter anderem auch darüber gesprochen, dass es durchaus Sinn machen kann, diverse Anbieter zu wechseln und auch ansonsten Preise zu vergleichen. Und das hat Mütterchen eben auf ihre Art ausgelegt, dass wir alle pleite sein müssen. Für sie käme so etwas nie in Frage. Kleines Beispiel: Wir haben ihr im Frühjahr mal vorgerechnet, dass sie für ihren Festnetzanschluss mehr Grundgebühr bezahlt, als an Telefonkosten anfallen und es deshalb für sie günstiger wäre, auf ein Handy mit passendem Tarif umzusteigen. Hat sie dann auch gemacht. Aber sie weigert sich standhaft, das Festnetz abzumelden, weil dann die Leut im Dorf ganz bestimmt denken würden, sie könnte sich das nimmer leisten.
Für sie ist preisbewusst einzukaufen in letzter Zeit gleichbedeutend mit kein Geld zu haben und sie glaubt nun eben auch, dass ich mir drei komplette Mahlzeiten mit allem Bibabo plus zusätzliche Vormittags- und Nachmittagsjause plus Kaffee und Kuchen nicht leisten kann. Auf die Idee, dass mir das alles zuviel an Essen ist, kommt sie gar nicht….
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Darben auf hohem Niveau eben …
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@Gerlinde
Die Fürsorge genießen und “etwas” nerven liegt ganz knapp nebeneinander. Wie gut ich das kenne. Fragt dich deine lb. Mama auch, ob du auch warm angezogen bist bei diesem Sauwetter?
Gelegentlich ertappe ich mich dabei, dass ich auch(so eine) Mutter bin, dann reiß ich mich aber schnell am Riemen!
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Ganz das Gegenteil von meiner Tante Gisl. Die spart wo sie kann, leider kennt sie sich mit dem Euro überhaupt nicht mehr aus.
Ein 20 Euroschein ist für sie ein 20 Schillingschein.
Sie wird sicher überall über den Tisch gezogen aber sie glaubt immer sie spart etwas von ihrer Rente. Am Monatsende ist aber nichts im Börsel und dann wird die Bedienerin beschuldigt.
Sie spart sogar Strom im Heim und sitzt im Dunkeln und die Butter und Marmeladepackerln vom Frühstück werden für mich eingepackt: Damit nichts verkommt.
Ob ich warme Unterhosen trage ist obligat von meiner Mutter damals und von der Gisl heute noch.
Wie Du schiebe ich jeden Unterwäsche Gedanken weit weg wenn meine Kinder das Haus betreten. Lg.H.
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*messaggio/Helga: Naja, meine Mutter nervt mich nicht wirklich. Das Problem bin vermutlich ich selber, weil mir vor Augen geführt wird, dass Mütterchen tatsächlich alt wird, unflexibler und eingeschränkter in ihren Wahrnehmungen – und dass sich dieser Prozess merklich beschleunigt.
Zeit meines Lebens konnte ich mit allem, was mich bewegt hat, zu ihr kommen – das kann ich jetzt nicht mehr, weil ich sie mit dem Abladen meiner “Probleme” in massive Sorgen stürze. Als ich ihr am Montag Abend erzählt habe, dass Thomas wegen seiner Darmgeschichte wieder ins Krankenhaus gebracht werden musste, hat sie einen Schock bekommen und die ganze Nacht geweint. Vor drei Jahren hatte sie sich natürlich auch gesorgt, aber doch für mich und auch für sich selber tröstende, beruhigende Worte gefunden….
Und was die Unterwäsche betrifft: Ich habe die Woche sündhaft teuere Angora-Seide Unterleibchen, langärmelig – und die dazu gehörigen langen Unterhosen geschenkt bekommen. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet und entsprechend entsetzt muss mein Gesichtsausdruck gewesen sein, denn Mütterchen hat die Teile, sichtbar beleidigt, wieder in ihren Schrank gelegt. Mir ist die Sache schrecklich peinlich, aber ich würde so etwas nie und nimmer anziehen. Zumindest nicht die nächsten zwanzig Jahre.
Tja, meine Kinder haben mir versprechen müssen, mich rechtzeitig darauf hinzuweisen, wenn ich gewisse Anzeichen erkennen lasse. Und sie haben es auch bereits getan: Du, Mama, du hast gesagt, wir sollen dir sagen, wenn…. Ja, ich hab sofort verstanden, was sie sagen wollten und breit grinsen müssen. Ich wünsche mir nur, dass es dabei bleibt, dass ich Grinsen kann, wenn ich “gestoßen” werde und nicht irgendwann zur beleidigten Leberwurscht werde.
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Es ist beruhigend zu lesen, daß dies alles also auch in anderen Familien genau so stattfindet.
P.S.: Beste Genesungswünsche an Thomas!
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Das hört sich wirklich anstrengend an, das mit dem Essen.
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Lieber Karl H.
mir gehts soweit wieder gut danke.
Im 6 Monaten gehts dann hoffentlich in die finale OP. Danach solls wieder passen.
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Das klingt ja bei dir jetzt schon so wie bei uns zu Weihnachten! – Ich dachte, du bist bereits ein großes Mädel, aber bei den lieben Müttern… (das kann ich bei meiner Gattin auch beobachten, allerdings nicht das Essen betreffend).
Was wir mit unseren Eltern machen ist um diese Jahreszeit zumindest eine Aktivität im Freien einzubauen.
Gestern war´s ein Ausflug mit meinen Eltern und heute sind die Schwiegereltern dran (Geburtstagsfeier der Schwiegermutter) – alles in meinem Blog schon bzw bald nachzulesen.
So bleibt´s bis Weihnachten erträglich mit der lieben Familie (hoffe ich).
LG & alles Gute (deiner schlanken Linie)
Andreas
Positiv ist ja ab einem gewissen Alter, daß Fettpölsterchen die Falten ausbügeln ;-) ! Wahrscheinlich sieht deine Frau Mama aus wie frischgeschlüpft und wäre ohne all die Völlerei nimmer anzuschauen !
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