Keine Weihnachtsfeiern in der Schule

Notiert am Dienstag, 23. Oktober 2007 @ 16:49

Das schlägt ja wohl dem Fass den Boden aus, was ich da in den Orangen Gedankenfusseln lesen musste:

An unserer Volksschule wird es – zumindest heuer – kein Weihnachtsfest geben. Es gibt viele Kinder mit anderen Glaubensrichtungen an der Schule. Diese Eltern wollen nicht, dass ihre Kinder mehr oder weniger gezwungen sind, in der Schule an Weihnachtsfeierlichkeiten teil zu nehmen.

Aber hallo – WO leben wir denn? In Ösistan? Ich krieg schon wieder nen Hals :-(


7 Kommentare zu Keine Weihnachtsfeiern in der Schule

  • tyndra sagt:

    oi, da sind wir total konträrer meinung. ich könnte mich zum beispiel immer noch sowas von ärgern, dass in jeder klasse ein kreuz hängen muss. schulbetrieb und religion gehört für mich nicht zusammen. (genauso wie arbeit und religion, ämter und religion und was weiß ich). aus genau demselben grund bin ich auch gegen kopftüchter an schulen und universitäten.

    auf der anderen seite: es wird wohl kein kind gezwungen, an einem weihnachtsfest teilzunehmen. und wenn´s während der schulzeit am vormittag ist: siehe oben.

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  • Gerlinde sagt:

    Ich hab überhaupt kein Problem damit, religiöse Symbole aus Schulen und Ämtern zu entfernen, da ich keiner Religionsgemeinschaft angehöre. Tatsache ist aber, dass wir hier in einem seit Jahrhunderten gewachsenen christlichen Kulturkreis leben, in dessen Sitten und Bräuchen wir verwurzelt sind. Ich kenne keine Schule, in der zur Weihnachtszeit christliche Messen abgehalten werden. Sehr wohl aber gibt es den Nikolaus, den Krampus, die Engelchen und die Krippenspiele, die für die meisten eher in die Rubrik weihnachtliches Brauchtum fallen, denn Ausdruck tiefer Religiosität sind. Und auf dieses Brauchtum, diese Wurzeln, haben auch unsere Kinder ein Recht und erst recht jene, die damit tatsächlich ein Glaubensinhalt verbindet.

    Sorry, ich bin da ziemlich konservativ und der Meinung, dass es eine Frechheit ist, wenn Menschen, die hier aufgenommen worden sind, die heimischen Sitten unterminieren wollen und von der Bevölkerung verlangen, nach fremden Pfeifen zu tanzen. Wenn ich, zum Beispiel als Muslima, nicht imstande bin, mich den Gepflogenheiten in einem christlichen Land anzupassen oder diese zumindest zu respektieren, dann muss ich meinen Lebensmittelpunkt eben in einem islamischen Land suchen – so einfach ist die Sache.

    Meiner Meinung sind wir mit unserer Rücksichtnahme auf andere schon viel zu weit gegangen. Wie sagt Elmar Kupke: “Modernes Toleranzverständnis ist die Feigheit vor der Wirklichkeit der Unterschiede.”

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  • Karin sagt:

    Da stimme ich Dir voll und ganz zu Gerlinde! Das Traurigste daran ist für mich, dass es in diesem Fall zu Lasten der Kinder geht. Wie kommen die dazu, dass man ihnen das Christkind (zumindest in der Schule) wegnimmt?!

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  • tyndra sagt:

    in dieser richtung gehe ich voll konform: wer in ein land einwandert, muss sich dessen sitten und gebräuchen anpassen.

    ich störe mich eher an weihnachts-, oster- und sonstigen feiern religiösen charakters in schule und kindergarten. das allerdings aus prinzip, weil eben (auch) keiner religionsgemeinschaft angehörend. (ausgenommen natürlich schulen und kindergärten, die von caritas oder einem orden oder einer sonstigen religiösen gemeinschaft geführt werden – es wird ja niemand gezwungen, die zu besuchen. und wenn, dann gibt´s gegen religiöse feste nix einzuwenden und zu matschkern).

    ich trenne religion und einwanderung. bezüglich einwanderung seh ich das so: eine gewisse toleranz ist auf beiden seiten notwendig. aber jede/r hat auch pflichten – die einwanderer, die bleiben wollen, MÜSSEN sich anpassen, weil ohne sprachkenntnisse und arbeit nur frust entstehen kann. das gastgeberland MUSS klare gesetze haben, die zügig abgearbeitet werden, sonst entstehen eben diese tausenden arigona-fälle.

    man könnte ewig drüber diskutieren …

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  • Gerlinde sagt:

    tyndra, wenn wir alles, was irgendwie religiöse Wurzeln hat, aus dem öffentlichen Leben entfernen, dann gibts, als einfachstes und verständlichstes Beispiel, auch keinen freien Sonntag und keine Feiertage mehr :-)

    Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, unserer ganzes Leben basiert nun mal auf irgendwelchen religösen Bräuchen. Ostern, Weihnachten etc. haben sich aus uralten “heidnischen” Bräuchen entwickelt, weil die Mystik nun mal zum menschlichen Wesen gehört.

    Mir fällt dazu ganz spontan der TV-Werbespot einer österreichen Bank ein: Ein kleines Mäderl sitzt auf dem Boden, vor ihm hockt der Papa und blättert im Bilderbuch. Beim Bild eines Tieres und eines Hauses lächelt das Kind dümmlich, als es aber eine alte Frau sieht ruft es freudestrahlend “Pension” und zeigt auf dem auf dem Sofa sitzenden Vertreter des Bankinstitutes.

    Wenn das die Kindererziehung der Zukunft ist, dann gute Nacht! Da ist mir hundert Mal lieber, die Kleinen gehen mit ihren im Kindergarten gebastelten Laternen am 11. November im Kreis, bekommen vom Nikolaus kleine Gaben und freuen sich, je nach Ansicht, auf das Christkind, den Weihnachtsmann, Santa Claas oder was immer. Und wer, wenn nicht Kindergarten und Volksschule kümmert sich denn darum, den Kindern diese Fixpunkte im Jahr, quasi als sicheren Anker, näher zu bringen? Die Eltern? Bestimmt nicht, denn diese müssen heutzutage dafür sorgen, dass genügend Geld in der Kassa ist, um die Realität finanzieren zu können!

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  • tyndra sagt:

    naja, ich bin da ein bissl idealistisch: ich glaube, dass es auch andere gute gründe für feiertage oder freie tage gibt – äh: gäbe natürlich *g*, die nichts mit religion zu tun haben.

    es ist natürlich klar: was sich jahrhundertelang eingebürgert hat, kann man nicht einfach so mal eben vom tisch wischen. und – das möchte ich ganz klar sagen: ich finde auch nicht, dass prinzipiell alles, was mit alten bräuchen zu tun hat, schlecht ist oder weg gehört.

    ich wünsche mir in dieser hinsicht – vor allem und grundsätzlich – kein verbannen von irgendwas, sondern einen kritischen umgang und eine offene haltung. wer spass hat: nur zu. wer nicht – muss nicht. ich weiß schon, das ist arg idealistisch und sowas werd ich wohl nimmer erleben *g*

    [mal ehrlich: auf weihnachtskekse würde ich nicht verzichten wollen. katholisches fest hin oder her. und: die werbung mit der bank ist wirklich ziemlich gruslig]

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  • barbara sagt:

    ich stimme dir zu Gerlinde.
    Viele Kinder müssen eine beschissene Weihnachtszeit zu Hause verbringen, da sollen sie sich wenigstens an die Schulfeier erinnern.
    Ich weiss, wovon ich schreibe.

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